Europas Stärken nutzen

von Wolfgang Franken, EWS-Generalsekretär,
und Mag. Othmar Karas MDEP, Vizepräsident der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament
und Präsident der EWS-Sektion Österreich

Erklärung vom 20.03.2010

Wenn wir vor lauter Krisen unsere Stärken aus den Augen verlieren, müssen wir uns unserer gestalterischen Verantwortung bewusst werden!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Würden die Euro-Staaten tatsächlich ihre Haushalte koordinieren, so würde ihnen das ein noch nie da gewesenes politisches Gewicht und einen noch nie da gewesenen Handlungsspielraum verleihen.

 Diese Aussage traf unlängst Joseph Daul, Fraktionsvorsitzender der EVP, in einer Plenardebatte des Europäischen Parlaments. Er hat damit nicht nur ins Schwarze getroffen, wir teilen auch dieselbe Meinung.

Aber diese Stärke würde es auch erforderlich machen, die europäischen Kräfte innerhalb der internationalen Finanzinstitutionen zu bündeln, wo der Euro dann mit einer Stimme sprechen muss.

Nehmen wir als Beispiel den Internationalen Währungsfonds (IWF).
Darin werden die einzelnen Stimmrechte nach der Wirtschaftskraft der Staaten berechnet. Nach diesen Kriterien haben die USA 16,7 % der Stimmrechte, Japan 6 %, China 3,6 % und die sechs Gründerstaaten der EU kommen auf 18,49 %. Wenn nun alle Eurostaaten einen gemeinsamen Block im IWF bilden würden, kämen sie auf 22,9 % der Stimmrechte.

Schließen sich gar alle Staaten der EU zu einem gemeinsamen Block zusammen, lägen sie bei 32 % und wären somit doppelt so stark wie die USA.

Diese Kräfteverhältnisse sind Realität in der Welt. Für viele verantwortungsbewusste Europäer und die Mitglieder des Europäischen Wirtschaftssenats (EWS) ist es unabdingbar, dass die EU-Regierungen daraus ihre Konsequenzen ziehen.

Das Europaparlament und so manch andere Vordenker sind den Staaten schon einen guten Schritt voraus. Ein mutiges Handeln wird aber auch für die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten immer wichtiger!

Brüssel/Bonn, den 20.03.2010