EWS EU Live (10/2022) – Das digitale Senatoren Briefing
Video Live Talk zum Thema:

„Wo geht es hier zur Mobilitätswende? – Was jetzt zu tun ist!“

Ab dem Jahr 2035 dürfen in der EU nur noch Pkw neu zulassen werden, die kein CO2 ausstoßen. Dies bedeutet letztendlich das Aus für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Zwar haben sich die EU-Regierungen noch kurz vor Schluss auf einen ergänzenden Kompromiss verständigt, der ein vages Versprechen der Kommission vorsieht, Ausnahmen für Fahrzeuge mit synthetischen Kraftstoffen, den so genannten E-Fuels, zu prüfen. Was das aber angesichts der hohen EU-Anforderungen an Nachhaltigkeit und den Klimaschutz bedeutet, ist vollkommen unklar und damit keine Basis für Investitionsentscheidungen, denn derzeit gibt es keine Verbrennungsmotoren mit Null C02-Emmssion. Die mobile Zukunft liegt deshalb bei elektrischen Antrieben, die ihre Energie entweder ausschließlich aus einer zu ladenden Batterie oder mittels Wasserstoff über eine Brennstoffzelle gewinnen. Deutschland setzt dabei auf den Einsatz Erneuerbarer Energien (Energiewende).

Die Hersteller tragen dieser Entwicklung Rechnung und stellen ihre Produktion von Pkw mehr und mehr auf emissionsfreie Fahrzeuge – Schwerpunkt Elektroantrieb mit Batterien - um. Bislang hatte hier das amerikanische Unternehmen Tesla die Nase vorne. Selbst China ist in die Produktion von E-Fahrzeugen eingestiegen. Auch im Schwerlastbereich und bei Bussen bieten Unternehmen wie DAF, MAN, Mercedes, Renault, Scania und Volvo, um nur die größten europäischen Unternehmen zu nennen, mittlerweile E-Lastfahrzeuge an. Gerade bei Lkw und Bussen gibt es eine rasante Entwicklung bei den Reichweiten und der Ladegeschwindigkeit.

In diesem EWS Live geht es nicht darum, abzuwägen, welcher Antrieb nun der bessere sein könnte, dazu darf sich jeder seine eigene Meinung bilden, sondern explizit darum, wie man jetzt in der gesetzten Frist bis zum Jahr 2035 dafür sorgt, dass die getroffene politische Entscheidung auch in der Praxis umgesetzt werden kann. Es stellt sich für Deutschland die Frage, ob diese Transformation der Mobilität mit Blick auf die Energiewende und die neue Situation am Energiemarkt überhaupt in dieser Frist zu schaffen ist?

Oder anders gefragt, was muss jetzt in der Energiekrise getan werden, dass die Mobilitätswende klappt, also eine leistungsfähige Infrastruktur für C02-freie Fahrzeuge geschaffen wird, mit einer stabilen Energieversorgung und der Fahrzeug-Markt ohne staatliche Eingriffe funktioniert? Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, er produziert keine Fahrzeuge! Der Erfolg hängt letztendlich davon ab, dass es einerseits genug marktfähige Produkte (Neu- und Gebrauchtfahrzeuge) gibt und die Käufer sich anderseits diese Produkte auch leisten können. Staatliche Subventionen können auf Dauer keinen Markt ersetzen. Keinesfalls dürfen Mobilität und Logistik zu einem Luxusgut werden!

Wie freuen uns sehr, dass wir mit Wirtschaftssenator Kurt Sigl, Präsident des Bundeverbandes eMobilität (BEM), einen der Top-Experten auf diesem Gebiet als Referenten für den 4. Oktober gewinnen konnten.

 Programm

Moderation und Einführung

  • Dr. Ingo FRIEDRICH,
    Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats,
    Vizepräsident Europäisches Parlament ret.

Statement

  • Kurt SIGL,
    Präsident des Bundeverbandes eMobilität (BEM)

Diskussion

Die EWS-Veranstaltungen werden simultan Deutsch-Englisch übersetzt.