von EWS-Präsident Dr. Ingo Friedrich

Die Beschlüsse des dritten Corona-Gipfels in Deutschland berücksichtigen verständlicherweise die veränderte Gefahrenlage durch die neuen Virus- Mutanten. Aber sie erfassen nicht die gesamte sehr komplexe Gemengelage bei den Klein- und Mittelbetrieben insbesondere im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Hotelgewerbe. Zwar haben die Gipfelteilnehmer grundsätzlich beschlossen, dass die Bundes- und Länderebene an „Schritten einer sicheren und gerechten Öffnungsstrategie“ arbeiten soll, aber von diesen Arbeiten ist bisher nichts bekannt geworden.

Ähnliches passiert in anderen europäischen Ländern.  Dies muss jetzt umgehend nachgeholt werden: Nur durch eine schnelle und öffentliche Darlegung einer verbindlichen Öffnungsstrategie, nach Beendigung der verheerend wirkenden Lockdowns, kann von den vielen schwer getroffenen kleinen und mittleren Unternehmen erwartet werden, dass sie diese letzten Wochen noch durchhalten. Dies ist nicht nur eine Frage der Moral, sondern eine sehr realistische Bestandsaufnahme.

Nur wer eine überzeugende und greifbare Hoffnung auf Besserung sieht, kann noch verbleibende Kräfte mobilisieren. Das Aufgeben vieler Kleinbetriebe auf den letzten Metern muss im Interesse aller unbedingt vermieden werden. Deswegen brauchen wir eine Öffnungsstrategie jetzt. Die Beteiligten müssen wissen, unter welchen Bedingungen sie ihren Betrieb wieder aufmachen können.